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mammaNetz läuft aus Wegen fehlender Finanzierung muss das erfolgreiche Modellprojekt für Frauen mit Brustkrebs Ende 2010 aufgeben
mammaNetz muss seine Dienste zum Jahresende 2010 einstellen. Ab sofort werden keine Patientinnen mehr angenommen, die aktuell betreuten Frauen werden bis Ende des Jahres begleitet. Grund für das überraschende Aus ist die fehlende Perspektive, das bundesweit beachtete Modellprojekt dauerhaft zu finanzieren.
2001 begannen die Vorarbeiten, 2002 startete mammaNetz als Modellprojekt, gefördert durch das bayerische Gesundheitsministerium, 2004 wurde die Orientierungs- und Begleitstelle eröffnet und wurden die ersten Patientinnen betreut. Ziel war, Frauen mit Brustkrebs von der Diagnose bis zur Nachsorge zur Seite zu stehen. Dass dies erfolgreich gelang, beweisen nicht nur die Rückmeldungen von Patientinnen, Ärzten und Kliniken, sondern auch wissenschaftliche Studien, die projektbegleitend erarbeitet wurden.
Die erste große mammaNetz-Studie belegte 2006, dass mammaNetz die Angst der Frauen um zwei Drittel reduziert und ihren Informationsstand deutlich verbessert. Eine noch nicht publizierte, aber bereits abgeschlossene Studie zur Einbeziehung von Apotheken ins mamma-Netzwerk zeigt, dass sich Zufriedenheit und die gesundheitsbezogene Lebensqualität der Patientinnen verbesserte. Eine weitere durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung finanzierte Studie zur Effektivität und Effizienz wird im August 2010 abgeschlossen und wird ersten Ergebnistendenzen zufolge belegen können, dass mammaNetz Geld einspart, weil z.B. weniger Psychotherapie nötig wird und berufstätige Frauen früher wieder in die Arbeit einsteigen.
Die Studienergebnisse sind beeindruckend, doch mammaNetz ist damit nicht zu finanzieren. Die über Jahre engagierten Krankenkassen haben sich zum Teil zurückgezogen und waren nicht bereit, von der Projektfinanzierung in eine Regelversorgung überzugehen. Damit erhält mammaNetz für nur mehr etwa ein Viertel der betroffenen Frauen Geld: Das genügt nicht, um eine qualitativ gesicherte Betreuung aufrecht zu erhalten.
Horst Erhardt, Geschäftsführer des gemeinnützigen beta Instituts (Träger von mammaNetz) bedauert: "Wir sind zutiefst betroffen. Vielleicht muss man aber ganz real sehen, dass Projekte wie mammaNetz ihrer Zeit voraus sind. Das deutsche Gesundheitssystem kann, aus unserer Sicht, mit derartigen "Managed Care"-Ansätzen noch nicht wirklich umgehen. Nur wenige Kassen waren so innovativ und bereit, diese Patientenbegleitung zu finanzieren. Leider zu wenige, um mammaNetz zu erhalten."
„großer roter Mond“ mammaNetz gibt Gedichtband heraus
Eine Geschichte, die unter die Haut geht, hat das mammaNetz dazu bewegt, sich für diesen Gedichtband zu engagieren. Die Augsburger Künstlerin Annette Bartusch-Goger verspricht ihrer Freundin Sabine Ossendorf am Sterbebett, deren Gedichte zu illustrieren und einen Gedichtband zu veröffentlichen. Zwei namhafte Pharma-Unternehmen, eine Werbeagentur und zwei regionale Praxen unterstützen die Publikation, Ergebnis ist ein schöner 40-seitiger Gedichtband mit bewegenden, lebendigen und traurigen Gedichten und Gemälden.
... Wir beide vor dem Monde stehen Sehen Dinge, die nie andere sehen Sehen Sterne, Wunder und auch Wesen Die andere halten nur für Besen
Wir sehen die ganze Wirklichkeit Denn dort oben ist kein Ende Alles ohne Wände ...
Der Gedichtband kostet 9,95 Euro zzgl. Porto. Der Erlös kommt dem mammaNetz zugute. Bestellen können Sie den Band bei Nicole Pfeilschifter unter Telefon 0821 45054-142.
mammaNetz ist Preisträger ...
... der Ausschreibung "Ideenpark Gesundheitswirtschaft" der Financial Times Deutschland in Berlin. Am 13. März 2007 wurde das mammaNetz als Gewinner des "Ideenpark Gesundheitswirtschaft" auf der zweiten FTD-Konferenz Gesundheitswirtschaft präsentiert. Eine renommierte Jury aus Praxis und Wissenschaft hatte zehn Projekte ausgewählt, die das Gesundheitssystem effizienter, transparenter und qualitativ besser machen. Zum Kongress Gesundheitswirtschaft: Immer mehr Milliardenkonzerne erweitern ihr Portfolio, setzen auf Gesundheit und erschließen sich damit einen neuen Markt. Und innovative, jüngere Unternehmen setzen den Markt in Bewegung, indem sie mit neuer Technologie oder neuen Dienstleistungen die etablierten Anbieter herausfordern. Wer in diesem Wachstumsmarkt erfolgreich agieren möchte, braucht allerdings nicht nur Unternehmergeist - sondern auch Know-how und Kapital.
Netzwerkarbeit und Kooperation im zukünftigen Gesundheitssystem
Der Netzwerktag des mammaNetzes am 28. September 2007 stand ganz im Zeichen des Umbruchs im Gesundheitswesens.

„Ist ein qualitätsgesichertes und vereinbartes Netzwerk im Gesundheitswesen erforderlich?“, stellte Ferdinand Beylacher, ehemaliger Leiter des Dienstleistungszentrums der AOK Schwaben, in den Raum. Quintessenz der anschließenden Diskussion war die Frage, wie es nach 2009 weitergeht, wenn die Integrierte Versorgung nach § 140 auslaufen sollte. Vernetzte Strukturen sind notwendig, darüber waren sich alle einig, doch über konkrete Strukturen, Finanzierung und Steuerung wurde intensiv und kontrovers diskutiert. Durch innovative Projekte kann darauf hingearbeitet werden, dass es nicht nur um das Einsparen von Kosten gehen wird, sondern um eine qualitativ hochwertige und dabei bezahlbare Versorgung.
Über die Steuerung von Systemen (Supply Chain Management) in der Wirtschaft sprach Prof. Dr. Axel Tuma vom Lehrstuhl für Produktions- und Umweltmanagement der Universität Augsburg. Die Vergleichbarkeit von Prozessketten in Gesundheitseinrichtungen und Produktionsstätten wurde heiß diskutiert. Jedoch ging es Prof. Tuma nicht darum, Prozessmanagement eins zu eins von der Produktion eines Autos auf die Behandlung eines kranken Menschen zu übertragen. Es solle vielmehr überprüft werden, was die Leistungserbringer des Gesundheitssystems für ihre Prozesse daraus lernen könnten. Wichtige Informationen über Qualität und Kosten können gewonnen werden, wenn Kernprozesse, Management-Prozesse und unterstützende Prozesse analysiert werden.
Über die gemeindenahe Versorgung – Niederlande und seine Gesundheitszentren - berichteten die Dipl.-Sozialpädagogin Berta Brell und die Dipl.-Pflegewirtin Heidi Scheer, beide Case Mangerinnen beim mammaNetz Augsburg. Sie berichteten von ihren Erfahrungen und Beobachtungen anlässlich einer Exkursion im Oktober 2006 nach Utrecht. Der Kongress "Primary Care in Europe" bot dort die Möglichkeit, Gesundheitszentren zu besichtigen, in denen sich verschiedene Berufszweige (Ärzte, Physiotherapeuten, Apotheker, Arzthelferinnen, Verwaltungskräfte usw.) zusammengeschlossen haben. Die Einschreibungen der Patienten wird von sogenannten General Practitioners (GP) koordiniert. Die Verzahnung der ambulanten Strukturen ist in diesen Zentren hervorragend gelöst.
Die Diskussion im Plenum zum Abschluss der Veranstaltung zeigte deutlich, dass alle die Vernetzung für notwendig erachten und dass der Gesetzgeber die Zukunft des Gesundheitswesens in diese Richtung gestalten sollte.
Kunstausstellung „Brust.Lust.Frust.“ vom 6. bis 22. Oktober 2006 in Augsburg Anlässlich des Brustkrebsmonats Oktober zeigte mammaNetz die Wanderausstellung „Brust.Lust.Frust.“ des Frauenmuseums Bonn. Von 6. bis 22. Oktober 2006 konnte man die Ausstellung im Augsburger Rathausfletz besuchen. Betroffene und nicht betroffene Künstlerinnen aus dem ganzen Bundesgebiet, auch zwei aus dem Augsburger Raum, zeigten ihre Sicht auf die Brust als Teil des Frau-Seins, auf die Klischees, die mit der Brust verbunden sind. Und die Künstlerinnen räumten gründlich auf mit diesen Klischees. In über 130 Werken – Bildern, Fotos, Skulpturen und zwei Installationen – wurden unverstellte Sichtweisen, die Gefühle und Gedanken ansprechen und zum darüber Sprechen anregen, ausgestellt. An 15 Orten im In- und Ausland wurde die Ausstellung bisher gezeigt. Die Wanderausstellung wurde neben dem mammaNetz von mamazone – Frauen und Forschung gegen Brustkrebs e.V., der Bayerischen Krebsgesellschaft e.V. – Psychosoziale Beratungsstelle Augsburg, der Gleichstellungsstelle für Frauen und Männer der Stadt Augsburg und dem Frauenmuseum – kunst, kultur, forschung e.V., veranstaltet.
mammaNetz-Tag am 1. April 2006 Am 1. April fand in den Räumen der Begleit- und Orientierungsstelle mammaNetz ein Informationstag für betroffene Frauen, Angehörige und Interessierte statt. Anliegen des mammaNetz war es, über aktuelle Enwicklungen zum Thema Brustkrebs zu informieren. Es wurden Vorträge zu den Themen "Tamtam um Aromatasehemmer" (Referentin Dr. med. Shirin Hunstiger, Frauenklinik Klinikum Augsburg), "Krebs, Immunsystem und Ernährung" (Referent Dr. med. Peter Konopka, Internist und Sportmediziner) und "Möglichkeiten der Psychoonkologie bei der Diagnose Brustkrebs" (Referent Dipl. Psych. Werner Scholz, Psychoonkologe) gehalten. Neben den Vorträgen bestand auch die Möglichkeit, sich an Informationsständen, z.B. Sanitätshaus Drescher + Lung, Jollytops und Lady-Hair Bethmann, persönlich beraten zu lassen.
Übergabe der Studienergebnisse am 8. März 2006 Nach drei Jahren Studienarbeit ein kleiner offizieller Termin: Horst Erhardt (Geschäftsführer beta Institut, links) und Andrea Thorenz (Projektleiterin mammaNetz) übergeben die Ergebnisse der mammaNetz-Studie an Prof. Dr. med. Günther F. Kerscher, Ministerialdirigent im Bayerischen Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz. Die wichtigsten Ergebnisse der Studie können Sie hier als Kurzbericht downloaden.
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